Was kostet Factoring?
Factoring-Unternehmen erzielen ihre Vergütung über 3 Hebel:
- Die Factoring-Provision bzw. Servicegebühr
- Die Finanzierungsprovision bzw. Finanzierungsgebühr
- Zusätzliche Kosten
Der Preis des Vertrags variiert je nach Art des Factoring-Programms (außerbilanzielles, stilles, Rechnung-für-Rechnung-Factoring usw.).
Daneben behalten sich die Factoring-Unternehmen das Recht vor, vorübergehend einen Garantiefonds einzubehalten, der vom Betrag der angekauften Forderungen abgezogen wird, um ihr Finanzierungsgeschäft abzusichern. Dieser Fonds dient dem Factoring-Unternehmen als Schutz vor nicht weitergeleiteten Direktzahlungen, Streitfällen, Zahlungsausfällen usw. Der Garantiefonds, der in der Regel 10 % des Forderungsbetrags ausmacht, wird dem Zedenten zurückerstattet, sobald die Schuldner ihre Verbindlichkeiten gegenüber dem Factor beglichen haben. Andernfalls kann er einbehalten werden.
Was ist die Factoring-Provision?
Die Factoring-Provision, auch Servicegebühr genannt, ist eine Vergütung, die von den Factoring-Unternehmen erhoben wird und einen Prozentsatz des Gesamtbetrags der abgetretenen Rechnungen darstellt. In der Regel wird dieser Prozentsatz anhand einer Tarifstruktur festgelegt.
Dieser Satz kann jedoch auch von mehreren Faktoren abhängen:
- Das Volumen der Forderungen und der durchschnittliche Rechnungsbetrag: Je höher das Volumen und der durchschnittliche Betrag der abgetretenen Rechnungen, desto niedriger fällt die Provision aus. Im umgekehrten Fall bedeutet dies für den Factor einen höheren Verwaltungsaufwand und somit eine höhere Provision.
- Die praktizierten Zahlungsfristen: Kurze Zahlungsfristen können die Provision senken.
Diese Provision umfasst außerdem die Kosten für die Verwaltung der Kundenforderungen, also den Zeitaufwand, den der Factor für das Ausziffern, den Forderungseinzug, das Mahnwesen und die Beitreibung aufwendet – Leistungen, die im Rahmen eines klassischen Factoring-Vertrags vorgesehen sind.
Wie setzt sich die Finanzierungsprovision zusammen?
Der Satz dieser Provision ist an den EURIBOR gekoppelt, also den Referenzzinssatz, zu dem sich die Factoring-Unternehmen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld leihen. Es handelt sich dabei um den 3-Monats-EURIBOR, der der durchschnittlichen Zahlungsfrist von B2B-Unternehmen von rund 90 Tagen entspricht. Dieser Satz schwankt je nach Bonität der Schuldner zwischen 1 und 4 %. Verfügen die Kunden des Unternehmens über eine gute Bonität und ist das Risiko für den Factor entsprechend geringer, kann die Provision nach unten verhandelt werden.
Factoring: welche Nebenkosten fallen an?
Schließlich bringt der Abschluss eines Factoring-Vertrags zusätzliche Kosten mit sich, die unter anderem Bearbeitungsgebühren, Verwaltungsgebühren, Gebühren für die Anbindung an das IT-System des Factors sowie Prüfungsgebühren abdecken.